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04.03.2012 17:31 - Von: Jugendatelier

Abschlussbericht

Gruppe: Jugendatelier Theater - KUNST 2.0.

1.           Entstehung und Projektgruppe

Vor der Antragsstellung gab es über den Förderverein "Kunst hilft Jugend e. V."  eine freie Jugendatelier-Gruppe, die zur damaligen Zeit aus einigen ehrenamtlichen

Jugendlichen bestand. Im Einzelnen handelte es sich um Olga Demidow, 16 Jahre, Ehrenamt Schulprojekte an der Liebfrauenschule Vechta / Alisa Förster, 16 Jahre, Ehrenamt im Tanzprojekt der Realschule Lohne / Helene Kreimer, 15 Jahre, Ehrenamt aktiv an der  Freilichtbühne Lohne / Magdalena Eichmann, 15 Jahre, Ehrenamt Betreuung der Gymnastikgruppe "Minis" / Sinah Tönjes, 15 Jahre, Ehrenamt Schulprojekte an der Liebfrauenschule Vechta / und Melanie Ehlert, 26 Jahre, Ehrenamt JULEIKA Gruppenleiterin, sowie der freischaffende Künstler, Thommes Nentwig, 42 Jahre, engagierter JULEIKA Jugendbildungsleiter und Vorstandsmitglied von „Kunst hilft Jugend e. V.“

Diese Gruppe, die sich in regelmäßigen Abständen traf (meist einmal die Woche), hatte es sich zur Aufgabe gemacht, sozial schwächere Jugendliche (z.B. aus Förderschulen) in ihre Gruppe zu integrieren. Im Vordergrund sollte hierbei stehen, Jugendlichen schulformübergreifend und frei von Vorurteilen und Bedenken die Möglichkeit zu eröffnen, aus ihrem täglichen Umfeld geholt zu werden, ihnen andere Impulse zu bieten, neue Freunde kennen zu lernen und von unserer Gruppe (anfänglich nur Realschüler und Gymnasiasten) absolut gleichwertig aufgenommen zu werden. Den Kreis zu erweitern, erwies sich jedoch als nicht so einfach, wie anfänglich gedacht.

Häufig traf die Gruppe in einer Teestube zusammen, tauschte Erfahrungen aus, war künstlerisch aktiv und spielte hin und wieder kleine Rollenspiele. Ausschlaggebend für den Projektantrag war eine intensive Diskussion über das Thema "Medien der neuen

Generation". Nach dem wiederholten Wunsch der Gruppe ein ganz eigenes Projekt zu kreieren und es auf die Bühne zu bringen machten wir uns auf die Suche nach Verwirklichungsmöglichkeiten. Über den Förderverein "Kunst hilft Jugend e. V." der eng mit dem Jugendamt des Landkreises Vechta zusammenarbeitet, bekamen wir den Flyer von Generation 2. 0 in die Hände und erarbeiteten unsere Förderantragsstellung.

Die feste Projektkerngruppe (12 Mitglieder, bestehend aus Studenten und Schülern) blieb ab März 2010 über die zwei Jahre bestehen. Anfänglich hatten wir wie jede andere Gruppen auch mit den üblichen Mitgliederfluktuationen zu kämpfen, die Kerngruppe bildete sich jedoch relativ schnell heraus. Für einzelne Projekte kamen weitere Schüler hinzu. So arbeiteten wir beispielsweise für ein komplettes Wochenende mit 9 Schülern der Dammer Marienschule zusammen, die mit uns halfen, unsere Kampfchoreografie für den Film umzusetzen. Das ganze unter Anleitung des Kampfchoreografen Asmus Teller. 

 

 

2.           Projektverlauf

 

Dem Projektstart ging ein Brainstorming Wochenende in einem Selbstversorgerhaus voraus. Das zunächst als Theaterstück geplante Projekt, sollte auf eine ungewöhnliche Art und Weise Form annehmen, und so begann die Gruppe sich einen Spielort und ein Bühnenbild zu überlegen, frei von einem Drehbuchkonstrukt, frei von finanziellen Grenzen, einzig und allein die Phantasie der Teilnehmer, sollte an diesem Wochenende ihren Platz haben. Diesem Wochenende folgten einige wöchentliche Treffen und  eine Ideen- bzw. Modellbauwerkstatt.

Ziel der Modellbauwerkstatt war es, den Ideen aus dem Brainstorming Wochenende eine Form zu geben. Innerhalb der Werkstatt entstand ein Miniatur-Bühnenmodell, inklusive Requisiten und beweglichen Miniatur-Bühnenteilen., welches die Gruppe bei ihren weiteren Schritten begleitete.

 

Zur Gründung eines „Drehbuch-Teams“ und um weitere Anregungen für das Verfassen eines „Drehbuchs“ zu bekommen, traf sich die Gruppe in der Turnhalle eines Kooperationspartners zu einem „Theater-Brainstorming-Tag“. Resultierend aus diesem Tag, bildete sich eine Kleingruppe von 5-6 Personen, die sich während der Sommerferien 2010 zu mehreren Terminen traf, um aufbauend auf das Bühnenmodell, ein Drehbuch zu erstellen.

Im August 2010 traf sich die gesamte Gruppe, an einem Wochenende wieder, um auf einen gemeinsamen Stand zu kommen und das entstandene Drehbuch zu bearbeiten. Einzelne Passagen wurden geändert, gedanklich, gestisch und mimisch nachempfunden. Ziel dieses Wochenendes war es, einen Plan für den Rest des Jahres zu entwickeln, anstehende Aufgaben in den Blick zu nehmen und sich dennoch folgenden Arbeitsaufwand zu vergegenwärtigen. Zu diesem Zweck weg zu fahren und sich intensiv mit der Materie auseinander zu setzen erwies sich immer wieder als sehr hilf- und auch erfolgreich.   Dem entstandenen und überarbeitenden Drehbuch folgte die Vertonung des selbigen. Sprachrollen wurden vergeben und der Text vertont. Dies geschah bei wöchentlichen Treffen, ebenso wie an einem Wochenende. Das Besondere dabei sollte sein, dass zu diesem Zeitpunkt schon klar war, dass niemand eine Rolle vertont, die er später auch spielt, sondern Stimme und spielende Person sollten nicht identisch sein. Parallel zu den Vertonungen, entstanden nach und nach einige Bühnenteile, wie auch Requisiten, die uns als Hilfe zur szenischen Umsetzung dienen sollten. Die ton-technische, wie auch die praktische Bearbeitung des Drehbuchs und der dazugehörigen Bühnen-Requisiten, Planungstreffen zur Konstruktion von Plänen zur praktischen Umsetzung des Drehbuchs und auch Treffen zur schauspielerischen Umsetzung des Drehbuchs nahmen uns bis April 2011 in Anspruch. Hierbei war es für uns auch wichtig unsere Arbeit stets für Außenstehende transparent zu machen und uns in der Öffentlichkeit zu zeigen. (Bsp.: Präsentation der praktischen Arbeit auf einer Messe in Vechta). Auch holten wir uns permanent Anregungen außerhalb unserer Gruppe (Bsp.: Besuch des Kinofilms Thron, Besuch Gut Kump etc.)

 

Vielleicht angeregt durch den Filmbesuch oder angeregt durch die Eigendynamik die unser Projekt mit der Zeit entwickelte, entschloss sich die Gruppe im April 2011, dem ursprünglich geplanten Bühnenstück einen neuen „Mantel“ zu geben. Diskussionen über Medien und wie man ein potenzielles Publikum erreicht, brachten die Teilnehmer zu dem Schluss, dass ein Film der Thematik eventuell besser gerecht werden könnte. Nach Abwägen des für- und wider stimmten die Teilnehmer der Gruppe für eine filmische Umsetzung. Alles bisher Erarbeitete wurde jedoch in die neue Entscheidung integriert, sodass  für uns beispielsweise die gemachten Tonaufnahmen sehr hilfreich waren.

 

Im Zeitraum Mai-Oktober 2011 stand alles unter dem Zeichen Film, Filmdreh, Filmbesprechungen. In regelmäßigen Abständen trafen sich die Teilnehmer um an verschiedenen Orten zu drehen. Mal an einem kompletten Wochenende für einen Unterwasser-Dreh im Freibad Wildeshausen, mal an einzelnen Tagen um kurze Szenen abzudrehen. Eins der besonderen Highlights war der Wochenend-Dreh am Dümmer See. In Zusammenarbeit mit 8 Schülern der Marienschule in Damme (Förderschule) erarbeitete die Kerngruppe eine Kampfszene. Zu diesem Zweck wurde eine komplette Kampfchoreografie einstudiert, Kostüme für die Darsteller entworfen und die verschiedenen Kampf-Szenen an ein und demselben Wochenende abgedreht.

 

Im Sommer 2011 lief ebenfalls parallel die Planung unseres Premiere-Events. Der Umfang der Veranstaltung und eine Örtlichkeit mussten gefunden werden. Die Teilnehmer machten sich Gedanken um eine Gästeliste, Catering, Werbung, einen „Film-Namen“, erarbeiteten eine Kostenaufstellung und überlegten sich wie sie ihre Premiere gestalten wollen. Zu unserer großen Freude konnten wir im Sommer auch die Band „Luxuslärm“ für den Film „Escape“ gewinnen. Die Band ermöglichte es den Teilnehmern ein Backstage Interview zum Thema „PC Spiele und der Umgang mit ihnen“ führen und eine kleine Szene für unseren Film mit ihnen abzudrehen.  

  Im Oktober 2011 wurden die Dreharbeiten für den Film abgeschlossen und das Projekt kam in die Abschlussphase. Insgesamt galt es nun rund 600 Minuten Filmmaterial zu einem rund 1-stündigen Film zusammenzuschneiden. Die Schnittarbeiten, sowie die Planung der Premierefeierlichkeiten, die damit verbundenen Einladungen und Koordination der Logistik, Technik etc. nahmen das Escape-Team noch bis kurz vor der Premiere in Anspruch. Die Premiere am 27.11.2011 bildete den vorläufigen und fulminanten Abschluss des Projekts. Vor rund 140 geladenen Gästen, aus der kommunalen Politik, Vertretern örtlicher Schulen, mitwirkender Schüler, Vertretern der örtlichen Jugendpflege, Personen aus der Sucht- und Präventionsarbeit, Freunden, Presse und Förderern wurde der Film präsentiert und fand regen Beifall.   Insgesamt investierten die Teilnehmer rund 500 Stunden ehrenamtliche Arbeit in das Projekt und wir finden allein das spricht für sich, die Motivation und die Dynamik des Projekts.  

3.  Erreichte bzw. nicht erreichte Ziele 

Das Ziel das für uns immer und an allererster Stelle stand, war es die Partizipation der Jugendlichen zu gewährleisten. Wir wollten kein Projekt, bei dem den Jugendlichen gesagt wird, was gemacht und wie es gemacht wird. Sie sollten selbst entscheiden. Wir haben im Laufe der letzten zwei Jahre die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche, wenn sie aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung teilhaben, sie bei Entscheidungen, die sie und ihr Umfeld betreffen, mitreden, mitgestalten und mitbestimmen können, auch zur Stärkung von demokratischen Strukturen beitragen können. Ihnen ist es vielleicht nicht immer möglich komplexe technische, wirtschaftliche oder rechtliche Zusammenhänge richtig einzuschätzen, aber sie haben in der vergangenen Zeit gelernt  verantwortungsvoll und sorgsam mit dem zur Verfügung stehenden Budget und unseren gemeinsamen Materialien umzugehen. Nutzt man ihre Kompetenzen, die viele Erwachsene nicht – oder nicht mehr – besitzen: Phantasie, Kreativität, Spontaneität und Begeisterungsfähigkeit erlebt man eine eigene Dynamik, die ohne ihre Beteiligung vielleicht nicht möglich gewesen wäre. Ein weiteres Ziel der Ursprungsgruppe war es auch anderen Jugendlichen entsprechende Beteiligungsmöglichkeiten einzuräumen, damit diese Jugendlichen gestalterische und politische Handlungsmöglichkeiten erfahren und die Möglichkeit haben, eventuell noch nicht vorhandene soziale Kompetenzen zu erwerben. Wichtig war es hierfür, dass Fragestellungen und methodische Vorgangsweisen dem Alter der Beteiligten angepasst werden. Dieser Punkt wurde unserer Meinung nach im vollen Umfang erreicht. Auch Schüler die bei uns nur an einem Wochenende mitgewirkt haben, haben schnell gemerkt, was das Projekt dem  Rest der Gruppe bedeutet und hatten immer die Möglichkeit sich selbst mit Ideen und Gestaltungsvorschlägen mit einzubringen. Oftmals fiel es uns als „zugebuchten“ Teamern schwer alle Prozesse mitzutragen, denn Jugendliche zu beteiligen heißt auch, sie zu aktivieren. Die Folgen dieses Aktivierungsprozesses konnten für uns Erwachsene mitunter recht „unbequem“ sein, denn aktive Jugendliche sind in der Lage Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und Veränderungen in ihrer Welt zu bewirken. Das hieß für uns häufig mit unseren Ideen zurückzustehen, Versuch und Irrtum auszuhalten, eröffnete uns aber auch mitunter völlig neue Blickwinkel und Perspektiven und hat sich so in mehrerlei Hinsicht gelohnt. Für uns heißt dies, dass folgende Ziele erreicht wurden:

                     Die Jugendlichen erlebten durch ihr Mittun Veränderungen

                     Ihr Engagement wurde gefördert

                     Die unmittelbare Beteiligung erhöhte die Identifikation mit dem                    Projekt

                     Die Jugendlichen erlebten Demokratie

                     Erwachsene lernen durch den Film und die mitwirkenden                            Teilnehmer Ideen, Visionen und Bedürfnisse junger Menschen                       kennen

                     Die Finanzmittel wurden gezielt und nach den Wünschen der                        Teilnehmer eingesetzt

                     die generationsübergreifende Kommunikation wurde verstärkt

                     Demokratische Kompetenzen junger Menschen werden gefördert

                     Die Eigen- und Fremdverantwortung erhöhte sich

                     PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen treten durch den                    Film in direkten Kontakt mit Kindern und Jugendlichen.

                     Die Kreativität und das Körperbewusstsein der Jugendlichen                         wurden  angeregt

                     andere Meinungen und Vorschläge wurden zugelassen und                          sachlich diskutiert

                     der „pädagogisch erhobene Zeigefinger“ blieb wo er war und                       wurde nicht erhoben

                     Vernetzung zur kommunalen Politik, dem Jugendamt, zu Schulen                   und zu Jugendeinrichtungen hat stattgefunden

                     Die Jugendlichen erlebten sich unabhängig von ihrem sozialen,                     schulischen oder auch migrantischem Hintergrund als gleichgestellt

 

Als nicht erreichte Ziele würden wir die zwar sehr gewünschte, aber offenkundig nur einseitig gewünschte Vernetzung mit mehreren Schulen im Heimatlandkreis bewerten. Anfragen blieben häufig unbeantwortet, die Skepsis über das Projekt war anscheinend relativ hoch. Zur Premierenfeier des Films waren alle 66 Schulen des Landkreises offiziell über unseren Kooperationspartner (Gemeinde Neuenkirchen-Vörden) geladen, jedoch nahmen nur 3 offizielle Vertreter der Schulen teil. Eine Zahl die uns zugleich nachdenklich aber auch traurig stimmte. Tatsächlich unterstützen uns nur die Schulen, welche Teilnehmer oder uns auch aus dem privaten Bereich oder anderen Projekten kannten.

Als weiteres nicht erreichtes Ziel würden wir bewerten, dass es uns aus unerfindlichen Gründen nicht gelang männliche Teilnehmer über den kompletten Projektzeitraum zu halten. Wir hatten immer wieder männliche Teilnehmer an Bord und auch während des Drehs als Statisten im Film, jedoch meldeten sie sich nach einigen Wochen oder auch Monaten aus den unterschiedlichsten Gründen ab. Ihre Rückmeldungen waren durchweg positiv, aber dennoch schienen sie sich anders als viele unserer weiblichen Teilnehmer nicht so oder nur an anderen Punkten mit dem Projekt identifizieren zu können. Ein Punkt den wir auch weiterhin im Blick behalten werden.

 

4.           Erreichte Zielgruppen

  Zu aller erst lag es im Sinne der Kerngruppe Jugendliche in ihrer Altersgruppe anzusprechen um sie für das Projekt zu begeistern. Unabhängig von der Schulbildung oder der Herkunft oder eventuellen körperlichen Einschränkungen. Da sie selbst dieser  Altersgruppe entstammen, war sich unsere Gruppe bewusst, dass es bei der Ansprache jugendlicher Zielgruppen gilt, besonderes Gespür und auch Sensibilität zu beweisen: Jugendliche befinden sich noch in der Entwicklung und sind daher leichter beeinflussbar als Erwachsene. Das bedeutete für uns eine große Chance, aber gleichzeitig auch eine große Verantwortung  Denn bei keiner anderen Zielgruppe sind Authentizität und Glaubwürdigkeit wichtiger als bei Jugendlichen. Wir benutzten die Begeisterungsfähigkeit, die Neugier und das Bedürfnis nach Abwechslung von ihnen, brachten sie mit Neuem und Unbekannten in Berührung.  Immer wieder stellten wir fest, dass Jugendliche als Zielgruppe ein gewisses Fingerspitzengefühl und auch Engagement fordern, doch der Einsatz lohnte sich. Die Begeisterung und auch das Ergebnis des Projektes zogen viele weitere Personen in ihren Bann: Personen aus der kommunalen Politik, Personen in der Suchthilfe, Jugendliche und junge Erwachsene (im Alter 13-26), Jugendliche mit Migrationshintergrund, Erwachsene ab 27-70 Jahren. Überall wo wir den Film zeigten stieß er auf eine große und breite positive Resonanz und soll weiterhin gezeigt werden. Wir wollen weiter mit dem Film arbeiten, ihn als Türöffner bei Jugendlichen nutzen um mit ihnen über ihr Konsumverhalten in Bereich Medien ins Gespräch zu kommen, um mit ihnen zu diesem Thema im gleichen Stil zu arbeiten und um sie für die Projektarbeit zu begeistern. Des Weiteren wollen wir jungen Studenten den Film zeigen, um ihnen Perspektiven in der Arbeit mit Jugendlichen aufzuzeigen. Täglich wächst der Personenkreis, der von unserem Projekt gehört oder es gesehen hat. Ein Erfolg den wir uns zu Anfang noch gar nicht haben ausmalen können.      

5.           Eingesetzte Methoden

  Ein Großteil der verwendeten Methoden bezog sich auf den Bereich der kreativen Ideenfindung, der Gruppenbildung- und Findung und dem schauspielerisch-künstlerischen Bereich. Im Bereich der Ideenfindung wurde sowohl auf intuitive Methoden wie das Brainstorming oder das Brainwriting und auf diskursive Methoden wie die progressive Abstraktion zurückgegriffen. INTUITIVE METHODEN halfen uns in kurzer Zeit sehr viele Ideen zu finden, ob sie verwendbar oder umsetzbar sind, war zu diesem Zeitpunkt noch völlig belanglos. Diese Methoden förderten die Gedankenassoziationen bei der Suche nach neuen Ideen, da diese Methode auf die Aktivierung des Unbewussten ausgelegt ist. Wichtig war bei der Verwendung der Intuitiven Methoden den Jugendlichen zu zeigen, dass es Wissen gibt „an das man sonst nicht denkt“, dass man ruhig den Mut haben soll, eingefahrene Denkgleise zu verlassen. So waren wir in der Lage das Potenzial der ganzen Gruppe zu nutzen und eine breite Basis vorzulegen, bevor wir mit diskursiven Methoden weitergearbeitet haben. Zu diesem Zeitpunkt wurden Ideen zum Umfang und zur Gestaltung des Bühnenstücks, sowie zu einem späteren Zeitpunkt des Films entwickelt (bspw. Dreh- und Spielorte, Figuren, Geschehnisse etc.).   DISKURSIVE METHODEN, wie die progressive Abstraktion halfen uns durch die Entfernung vom Problem, also eine Veränderung der Perspektive, neue Lösungen zu finden. Im Wesentlichen werden so, durch eine schrittweise Trennung des Wesentlichen vom Unwesentlichen, die Kernfragen eines Problems oder Problembereiches aufgedeckt. Den Jugendlichen wurde aufgezeigt, dass man durch diese Art der Abstraktion bzw. durch simple Fragen wie „Wofür ist das eigentlich gut?“ sich dem Problem auf andere Art und Weise nähern kann und durch die Frage "Wie könnte das noch gehen?" neue Lösungsstrategien entwickeln kann.

Die Erstellung eines eigenen Drehbuchs und die Arbeit an demselben zeigten den Jugendlichen auf wie schwierig der Prozess an sich ist, zeigte ihnen aber auch auf, wie sie demnächst selbst an so einem Projekt arbeiten können und Gruppen eventuell in diesem Bereich anleiten können. Die erarbeiteten Rollen und Monologe/ Dialoge wurden auch in den unterschiedlichsten Methoden erarbeitet. Bspw. Der:

 

MONOLOG-DIALOG-ARBEIT

Bei der Monolog-Dialogarbeit handelt es sich um das Erarbeiten einer Szene aus einem Theaterstück. (Die Textlänge dieser Szene sollte eine bzw. zwei Din-A4 Seiten nicht überschreiten.) Durch die Erarbeitung der Szene erfährt der Schauspieler, wo seine individuellen Schwierigkeiten liegen, die Rolle authentisch und überzeugend zu spielen. Begriffe wie Präsenz, körperlicher und emotionaler Ausdruck, Energie und Kondition, Disziplin, Rollenidentifikation und Rollendistanz, sowie die Entwicklung eines inneren Beobachters unterstützen zusätzlich den kreativen Lernprozess. Diese Methode verhalf den Jugendlichen dazu sich besser mit der Rolle auseinanderzusetzen und auch gleichzeitig an sich und seinen Schwächen zu arbeiten. Parallel dazu unterwiesen wir die Jugendlichen auf Wunsch im Bereich des:

  KÖRPER- UND STIMMTRAININGS Das Schauspieltraining bei uns sah so aus, dass wir meist mit aktivierenden Übungen begannen.  Dazu zählten spaßige warm ups, schnelle Wechsel, Impro-Übungen und einem Mix aus Fitnessprogramm, Entspannungs-, Konditions- und Isolationsübungen. Methoden aus dem Stimm- und Sprechübungsprogramm bspw. von Schlaffhorst- Andersen bereiten die Spieler auf die szenische Stimm- und Sprachgestaltung der Szenenarbeit vor. Gerade bei den Tonaufnahmen bot dies den Teilnehmern eine gute Gelegenheit mit ihrer Stimme zu experimentieren und sie bzw. ihren Umfang stückweise auszutesten.   Des Weiteren arbeiteten wir im „normalen“ Gruppenalltag mit zahlreichen Reflexionsmethoden wie dem „Blitzlicht“ oder bspw. der Streichholzreflexion (die Teilnehmer stehen während dieser Methode bevorzugt im Kreis. Der Leiter formuliert eine Frage, typischerweise "wie geht es euch nach diesem Drehtag?". Reihum beantworten die Teilnehmer die Frage. Allerdings darf jeder Teilnehmer nur genau so lange sprechen, wie sein Streichholz brennt. Je länger er also sprechen möchte, desto länger sollte er die Flamme seines Streichholzes am Leben halten.   Eine Aufzählung aller weiterer verwendeter Methoden würde eindeutig den Rahmen dieses Sachberichts übersteigen. Zur Stärkung des Gruppenzusammenhalts arbeiteten wir mit Vertrauens- und Kooperationsübungen. Anhand dieser Übungen wurde für die Teilnehmer spürbar, welche Bedeutung und Ziele diese Übungen haben können und konnten diese eins zu eins auf unser eigenes Projekt übertragen:  

 

       Regeln für die Teamarbeit vereinbaren und sich an Regeln halten

       ein Vorhaben gemeinsam planen, durchführen und bewerten

       ein gemeinsam verabredetes Ziel verfolgen

       Verantwortung übernehmen für eine gemeinsame Sache

       Kriterien für gelungene Kommunikation entwickeln

       Sich die Qualität von gelungener Kommunikation bei einer
 Problemlösung bewusst machen

       Zusammenarbeit entwickeln

       Erkennen, dass Kooperation Spaß machen kann

  Neben den Kooperationsübungen spielten auch „warm ups“ und Lückenfüller unserer Gruppe immer wieder aus „Tiefs“ und angespannten Situationen. Viele der gemeinsamen Spiele wollen die Teilnehmer auch in ihren eigenen Gruppen anwenden, da sie diese für eine gute Möglichkeit halten spielerisch wieder in ein Thema reinzukommen, z.B. nach einer Pause oder während eines „Mittagstiefs“. Neben Workshops zum Thema „Wie schreibe ich ein Drehbuch?“ und „Wie drehe ich eigentlich einen Film?“, wo ihnen der Umgang mit der Kamera und die Bedeutung verschiedener Perspektiven gezeigt wurde, befassten sich die Teilnehmer auch mit dem Thema Zeitmanagement. Hier wurden ihnen auch verschiedene Methoden zur besseren Aufgabenverwaltung und Zeiteinteilung vorgestellt, wie z.B. die einfache Methode der „To do- Liste“, des „Zeitstrahls“ oder auch die „Eisenhower-Matrix“. Mit Hilfe des Eisenhower-Prinzips gelang es den Teilnehmern die zu erledigenden Aufgaben nach ihrer Dringlichkeit und Wichtigkeit zu gruppieren und auch sinnvolle Prioritäten zu setzen. Mit der Eisenhower-Methode erhielten sie damit zugleich für jede Aufgabe eine eindeutige Handlungsanweisung, dahingehend, ob sie sofort von einem selbst, erst später, von jemand anderem oder eventuell gar nicht zu bearbeiten ist. Diese Methode ist ein praktisches Hilfsmittel insbesondere wenn schnell entschieden werden muss, welchen Tätigkeiten der Vorzug eingeräumt werden soll und half den Teilnehmern insbesondere gegen Ende des Projekts, als es ans Planen der Veranstaltung usw. ging, Prioritäten zu setzen.   Bei allen erlernten und angewendeten Methoden standen zu jeder Zeit der Wille und die Entscheidung der Teilnehmer im Vordergrund. Partizipation stand immer an erster Stelle.  

6.           Kooperationen

  Das Projekt half uns unsere bereits bestehende Zusammenarbeit mit dem Förderverein "Kunst hilft Jugende. V." darüber verbunden mit dem Jugendamt des Landkreises Vechta, dem Jugendfreizeitzentrum Dümmerheim in Dümmerlohausen, sowie mit folgenden

Schulen: Realschule Lohne, Liebfrauenschule Vechta (Gymnasium), der Elisabethschule Vechta (Förderschule) der Marienschule Damme (Förderschule) und der RHS Neuenkirchen-Vörden, zu vertiefen. Des weiteren kooperierten wir mit dem Haus der Jugend Vechta, die uns ihre Räumlichkeiten für Proben zur Verfügung stellten, als es uns aufgrund eines Mangels an Proberäumen nicht möglich gewesen wäre, uns regelmäßig zu treffen.

Die Gemeinde Neuenkirchen-Vörden war uns in vielen Belangen ein sehr hilfreicher Kooperationspartner. So verhalf sie uns gerade in der Endphase unseres Projektes zu vielen nötigen Kontakten, bspw. zu unserem Aufführungsort (Kulturbahnhof Neuenkirchen-Vörden), Kontakten zu einem Sponsor für das Premierencatering (Uwe Schuhmacher, Geschäftsführer Niedersachsenpark GmbH) und half uns auch bei der Versendung unserer Einladungen zu unserem Premierenevent.

Im Abspann des mitgesendeten Films werden sie noch viele weitere Kooperationspartner finden, die uns bei kleinen Teilen des Filmes unterstützt haben, so auch bspw. das Wildeshauser Kurbad, dass uns einen Vormittag lang für Filmaufnahmen das Springerbecken gesperrt hat, oder die Band „Luxuslärm“ die uns für einen kompletten Nachmittag backstage eingeladen und zur Verfügung gestanden haben für ein Interview und einen kleinen Szenendreh.

 

Des Weiteren sahen wir in der Entstehung einer Internetseite die schnellste Art der Vernetzung und Möglichkeit Unterstützung zu finden, sowie die Möglichkeit zum Datenaustausch, als Anregung zur Nachahmung und als kreative Plattform für derzeitige und zukünftige ehrenamtliche Jugendliche.

Unser Wunsch eine Internetseite entstehen zu lassen, auf welcher der ganze Ideen- und

Arbeitsprozess für andere Jugendliche (Ehrenamtliche, oder die die es werden

wollen) transparent und projektnah nachzuvollziehen sei, wurde leider in der Mitte des Projektes ohne vom Betreiber im Vorfeld kommuniziert zu werden gelöscht.

Im Verlauf des Projektes beschränkten wir uns aufgrund des mittlerweile aufkommenden Zeitmangels auf eine Art „Liveticker“ mit Bildmaterial bei Facebook. Ob wir im Nachhinein wieder eine so bunte und projektnahe Internetseite entstehen lassen können ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen. Viel Textmaterial wurde leider unwiederbringlich gelöscht.  

 

 

7.           Schlussfolgerungen und Perspektiven

   Im Großen und Ganzen betrachten wir das Projekt als vollen Erfolg. Die Erfahrungen die sowohl unsere Teilnehmer, als auch wir bei diesem Projekt gemacht haben, werden uns mit Sicherheit unser weiteres Leben begleiten. Das Ergebnis des Projekts spricht in jedem Fall für sich selbst und war zu Beginn des Projektes noch überhaupt nicht abzusehen. Durch die Freiheit, die uns zum einen die Fördermittel, aber auch zum großen Teil der Partizipationsgedanke bot, hat sich das Projekt zu dem gewandelt was es letztendlich ist. Ein Film von Jugendlichen für Jugendliche. Im Nachhinein würden wir wahrscheinlich viele kleine Schritte anders machen, aber das Projekt an sich hat funktioniert und zu einem tollen Ergebnis geführt. Der Weg dahin hat vielen von uns die Augen geöffnet, besonders in Bezug auf das Thema Zeitaufwand und Engagement. Der Großteil unserer Teilnehmer hätte es niemals für möglich gehalten, was mit einem festen Ziel und Hartnäckigkeit alles zu bewerkstelligen ist (z. B. Backstage-Treffen mit „Luxuslärm“ inkl. der Erlaubnis ihre Songs im Film benutzen zu dürfen). Erstaunt hat uns auch, dass die Projektarbeit so eine effektive Lernform darstellt. Erarbeitete Choreografien, die die Teilnehmer mit Spaß, Ehrgeiz und Disziplin geübt haben, waren innerhalb kürzester Zeit in den Köpfen der Teilnehmer und das auch mit einem Höchstmaß der Nachhaltigkeit. Eine tolle Erfahrung! Der Premiereabend war zum Einen der Abschluss des Generation 2.0. Projektes „Theater-Kunst“, aber auch der Beginn von einem Arbeitsprojekt. Da der Film mit einer wirklich sehr positiven Resonanz aufgenommen wurde, wollen wir weiterhin mit ihm arbeiten. Er soll dienen als Beispiel für Jugendpartizipation/ Projektarbeit mit Jugendlichen und soll dazu dienen mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Konzepte zu ähnlichen Projekten mit geringerem Zeitaufwand sind in ihrer Entwicklungsphase und sollen gerade in dem Bereich Gewaltprävention und Umgang mit Medien ihren Einsatz finden.   Anfragen aus dem Bereich der Sucht- und Präventionsarbeit sind bereits an uns herangetragen worden und wir sind stolz darauf als kleine Gruppe mit einer winzigen Idee so viel bewegt zu haben. Bilder zu den jeweiligen Projekttagen und Erlebnissen, senden wir mit dem Zahlennachweis als Foto-CD per Post an Euch.    

Vielen Dank für eure Unterstützung, liebes Generation 2.0 Team!


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