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News
24.08.2014 18:07 - Von: Jugendfeuerwehr_Schulenburg

Projekt-News

Gruppe: Filmprojekt Mitgliedergewinnung JF Schulenburg

Filmprojekt der Jugendfeuerwehr Schulenburg/Leine

 

Seit über 50 Jahren ist die Jugendfeuerwehr Schulenburg aktiv in der Jugendarbeit tätig. Eigentlich immer waren auch Betreuer dabei, die hier die Aktivitäten mit Fotoapparat oder Film- und Videokamera festgehalten haben. Seit acht Jahren werden diese Filme nun auch auf einer Jahres-DVD an Eltern und Interessierte herausgegeben.

Irgendwann kam die Idee auf, ob mit diesen Filmen nicht auch Werbung für die Jugendfeuerwehr gemacht werden kann. Das sollte aber nicht durch die Jahres-DVD passieren, sondern ein eigener Werbefilm werden.

Die Idee wurde angesprochen und die ersten Pläne wurden gemacht:

-          Was sollte gedreht werden

-          Wer sollte Regie, Drehbuch, Kamera führen

-          Womit sollte gedreht werden.

Das Wer war schnell geklärt, die Planung und Durchführung der Dreharbeiten und des Schnitts sollte, unter Betreuung durch Ausbilder, von den Jugendlichen selbst durchgeführt werden. Wer genau in welchen Aufgabenbereich eingesetzt werden sollte, musste dann auch noch geklärt werden.

Dann kam die Frage: Was sollte gedreht werden.
Die Grundschulen informieren sich im Rahmen ihres Unterrichtes über die Arbeiten der Feuerwehr. Hier kommen dann die dritten und vierten Klassen zur Feuerwehr um sich die Fahrzeuge und die Ausrüstung anzuschauen. In der Vergangenheit kam immer wieder auf, wie man denn Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau werden kann. Als Antwort gab es meistens, dass die meisten Mitglieder aus der Jugendfeuerwehr gekommen sind. Und die Frage, was die Jugendfeuerwehr so macht, sollte der Film erklären.

Jetzt blieb nur noch das Wie.

Seit mehreren Jahren gab es immer mehr Fortschritte bei der Kameraentwicklung der Smartphones. Auch auf Videoplattformen sind viele Handyvideos zu finden. Diese Idee wurde aber schnell verworfen. Der Film sollte in Team-Arbeit entstehen. Im Projekt war die soziale Komponente sehr wichtig. In der Jugendfeuerwehr sind keine Einzelkämpfer, alle Aufgaben sollen und werden in der Gruppe bearbeitet. Ein Handyvideo würde dem nicht gerecht werden.

Der Film sollte nach klassischer Aufteilung im Filmteam gedreht werden. Also die Aufteilung in Regie, Kamera, Ton, Schnitt und Schauspieler. Für das Projekt wurde also Filmequipment benötigt, mit dem das Filmteam ihre Aufgaben erledigen konnte. Zuallererst ein Camcorder, der eine viel ruhigere Bildführung als ein Handy versprach. Für einzelne Szenen wurde dazu noch ein Stativ benötigt, um eine wirklich stabile Kameraführung zu ermöglichen. Da der Ton bei Camcordern nur durch ein kleines Mikrofon direkt am Gerät aufgenommen wird, sollte der Ton extern aufgezeichnet werden und über ein Mikrofon mit Tonangel aufgenommen werden.

In den ersten Drehbuchbesprechungen war die Idee eingeflossen, Eine Nachrichtensendung nachzustellen. In den Hintergrund sollten dann auch Szenenbilder oder Hintergründe eingeblendet werden. Das geschieht normalerweise durch einen Greenscreen oder Bluescreen. Ein Hintergrundträger mit einem monochromatisch grünen Vorhang wurde eingeplant.

Und um die abgedrehten Szenen und den Ton mit Hintergründen, Soundeffekten oder ähnlichem zu verbinden, sollte das Projekt mit einer Filmschnittsoftware am Computer geschnitten werden.

Das Equipment wurde über die Projektplanung bei Generation 2.0 beantragt und die Gelder wurden bereitgestellt. Da das erfolgt war, wurde aus der Idee jetzt Realität.

Alle Jugendlichen bekamen erst einmal einen kleinen Gesamtüberblick über die ganzen Aufgaben in einem Filmteam. Kostüm, Maske oder Beleuchter wurden erst einmal nicht benötigt. Besprochen wurden nur die Hauptbereiche: Kamera, Ton, Regie und Schnitt. Jeder Bereich wurde angerissen und einige markante Punkte genannt. So waren die Teilnehmer doch sehr erstaunt, das wilde Kameraschwenks und Zoomfahrten gar nicht gerne gesehen werden, obwohl das mit den leichten Camcordern so einfach ist. Eine kleine Übersicht über die Aufnahmearten brachte dann mehr Klarheit, was das Kamerateam erwartet. Nahaufnahme, Totale, Halbnahe und Halbtotale wurden vorgeführt und erklärt, wozu man diese Einstellungen braucht.

Auch Schuss und Gegenschuss für Gespräche wurde angeschnitten. Vereinzelt sollte auch mit einer zweiten Kamera gedreht werden, um in einer Szene gleichzeitig zwei Blickwinkel zu haben.

Dem zukünftigen Tonaufnahmeteam war schnell klar, dass es hier nicht nur um das Halten eines Mikrofons geht. So eine Teleskopangel für das Mikrofon ist zwar nicht besonders schwer, muss aber auch länger zum Beispiel beim Dreh größerer Szenen oder öfterer Wiederholung einer Einstellung ruhig gehalten werden. Welche Hand- und Armhaltung hierfür geeigneter ist, als andere sollte dann bei Probedrehs getestet werden. Natürlich ist auch die Kontrolle der Tonaufnahme während und nach der Aufnahme immens wichtig.

Auf die Frage, was denn die Regie zu tun hatte, kam sofort die Antwort, dass die nur schlue Sprüche geben und auf ihrem Regiestuhl sitzen. Nachdem die Aufgaben des Regisseurs angerissen wurde, war der Posten nicht mehr so gefragt. Trotzdem wollten es zwei Teilnehmer ausprobieren, ihre Vorstellungen der Szenen umzusetzen.

Für den Schnitt fanden sich auch schnell zwei Teilnehmer, die hier ihr Können zeigen wollten.

Nach diesem ersten Briefing ging es dann in die einzelnen Workshops, in denen den Teams die Handhabung des Equipments näher gebracht wurde. Das Kamerateam lernte die richtige Geschwindigkeit für Kameraschwenks kennen, lernte, wie man mit der Kamera in der Hand gehen kann, ohne groß das Bild zu verwackeln. Von der Totalen bis zu Nahaufnahmen wurde mit den Kameras geübt. Auch die Arbeit mit dem Stativ stand auf dem Programm. Auch die Teams Ton und Regie wurden in ihre Aufgaben eingeführt.

Jetzt stand ein weiterer wichtiger Schritt an, es fehlte noch ein Drehbuch. Die Projektidee wurde durchgesprochen und in Teilabschnitte aufgeteilt. Die gesamte Gruppe wurde auf die einzelnen Teilabschnitte aufgeteilt und sollte hier notieren, was genau gedreht werden soll, und was dafür gebraucht wird. Die Ausbilder konnten hier den Gruppen wertvolle Hilfe leisten.

Nicht sofort war von allen Teams eine umsetzbare Idee gefunden, aber durch Gespräche konnte aus einer möglicherweise „dummen“ Idee ein brauchbarer Ansatz für eine Szene werden.

Als Test für die Aufnahmecrew sollte ein kleines Projekt vorab gedreht werden. Ein kleiner 90 Sekunden-Werbespot mit dem Titel: Wir lassen nichts anbrennen.

Es war eine Adaption eines alten Werbeclips einer Brauerei, die für ihre lustigen Werbespots bekannt ist. Statt „Flens“ sollte der Text „Brennts?“ heißen. Eine kleine Schwierigkeit für das Team war die begrenzte Zeit von nur einem Drehabend.

Da dieses Projekt als Anschauungsobjekt für die Regie und Aufnahmeteams durchgeführt werden sollte, wurden das Drehbuch und die Szenenplanung im Vorfeld gemacht und jedes Mal vor der Szene durchgesprochen was wie gedreht werden sollte.

Innerhalb des Drehtages konnte dann alles wirklich abgedreht werden.

 

Jetzt kam in der Winterarbeit Schwung in das Projekt. Die einzelnen Ideensammlungen wurden zu richtigen Drehvorlagen weiterentwickelt. Auch wenn einige Probleme vielleicht erst dann auftauchen, wenn die Kameras laufen, war der Anfang gemacht und kleine Änderungen konnten immer noch kurzfristig beim Dreh erfolgen. Dann kam das Problem der Zeitplanung. Im Winter und Frühjahr können Außenaufnahmen nur bei Licht sinnvoll durchgeführt werden. Jetzt mussten Termine gefunden werden, an denen sowohl Kamera- und Tonteams sowie die „Schauspieler“ einzelner Szenen konnten. Da solche Drehs hauptsächlich an Wochenenden stattfinden konnten, war der Zeitplan schon sehr straff.

Die Idee, die insgesamt verwirklicht werden sollte, war eine Wissenssendung im Stil von „Wissen macht Ahh!“. Einzelne Themen sollten im Filmbeitrag geklärt werden.

Natürlich macht auch das Leben der Feuerwehr nicht vor einem Filmprojekt halt, mehrere angesetzte Drehtermine konnten nicht durchgeführt werden, weil die Feuerwehr im Einsatz war, hier fehlten dann sowohl die Ausbilder, als auch das benötigte Feuerwehrtechnische Equipment.

 

Trotzdem konnte an mehreren Drehtagen gedreht werden. Jetzt stellte sich heraus, dass ein Drehbuch mit Auflistungen, was für eine Szene an Material und Personal gebraucht wird, Gold Wert ist.

So konnten kurzfristig Szenen ausgetauscht werden und abgedreht werden, da bei anderen Szenen Teilnehmer, die als Schauspieler auftreten sollten, kurzfristig abgesagt hatten.

Insgesamt waren 6 verschiedene Einstellungen geplant. Eine Modenschau, bei der die Teilnehmer die verschiedenen Schutzkleidungen auf dem Laufsteg vorführten und aus mehreren Kameraperspektiven aufgenommen wurden. In einer weiteren Einstellung wurde das Löschfahrzeug der Feuerwehr in einem „Verkaufs“-Gespräch zweier Teilnehmer vorgestellt. Hier wurde Schuss und Gegenschuss in der Aufnahmetechnik geübt.

Eine Nachtaufnahme wurde ebenfalls gedreht. Hier wurde mit Licht und Raucheffekten gearbeitet. In der Einstellung wird der Weg von Feuerwehrleuten nach einer Alarmierung aus dem Haus zur Feuerwehr gezeigt. Ein kleiner Spaß lockerte das Ganze dann auf.

Kameraschwenks auf beengtem Raum mit und ohne Stativ wurden auch in mehreren Einstellungen geübt.  So ein kleiner Schwenk im Inneren eines Löschfahrzeuges mit Rückschwenk zur Personensuche.

Als aufwendigste Szene gestaltete sich die Aufnahme einer Nachrichtensendung. Das Set bestand aus verschiedenen Möbeln, einem Telefon, einem zusätzlichen Mikrofon, dem Greenscreen und einer Beleuchtungsgruppe. Nicht nur materialtechnisch aufwendig, sondern auch sehr zeitintensiv, da es dem Nachrichtensprecher sehr schwer viel, ernst zu bleiben, wenn die Kamera auf ihn gerichtet war. Die Textsicherheit litt dann auch unter dem Lampenfieber. So kam dann zu der ohnehin schon schwierigen Szene eine Live-Synchronisation des Sprechers dazu. Diese wird aber noch einmal am PC direkt durchgeführt, da Ton und Bild nicht immer synchron waren.

Später wurden dann mit der gleichen Ausrüstung aber einem anderen Sprecher die Außenmoderator-Szenen abgedreht.

Das Ganze sollte, fertig geschnitten, wie ein Telefongespräch zwischen Nachrichtensprecher und Außenreporter wirken. Im Hintergrund des Außenreporters werden dann passende Hintergrundbilder eingefügt.

Um den Schnitt während der Dreharbeiten zu beschäftigen wurde und wird derzeit an einem Musikvideo zum Lied Happy von Pharrell Williams gearbeitet. Hier wird Material der letzten zwei Jahre gesichtet und in das Video eingebaut. Bei etwa 70 Einzelszenen, die passend zur Musik und Liedtext geschnitten werden sollen, ist das auch mehr als eine Fingerübung.

Dieser Film wird als Abschluss des Werbefilmes einen Überblick über die Tätigkeiten in der Jugendfeuerwehr vermitteln. Die einzelnen Szenen sind bei verschiedenen dienstlichen und außerdienstlichen Aktivitäten entstanden und bieten so einen guten Überblick. Einige Szenen wurden aber auch extra gedreht um einen Übergang zur Musik zu schaffen.

Als letzte Aktion stehen noch der Entwurf und die Gestaltung der DVD an, die dann als Werbematerial dienen wird.

Insgesamt konnten die Teilnehmer in diesem Projekt viele Qualitäten zeigen. Sorgfältiger Umgang mit dem Equipment, Teamwork in den einzelnen Aufnahmebereichen, Disziplin bei der Aufnahme, da manche Szenen bis zu 8 Mal gedreht wurden, weil sich ein Schauspieler versprochen hatte oder andere Widrigkeiten die Aufnahme gestört hatten. Alle Teilnehmer waren mit Begeisterung bei der Sache und konnten feststellen, dass nur durch Zusammenarbeit aller beteiligten so ein Filmprojekt überhaupt zu schaffen ist. Vor allen Dingen die zeitliche Planung war sehr schwierig, da nicht an jedem Drehtag alle Teilnehmer verfügbar waren und bei vielen Wiederholungsdrehs auch ein Drehtag sehr kurz sein kann.   


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