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Taschenkontrolle

Autor Nachricht
Verfasst am: 23. 01. 2009 [19:09]
..::Pasiphae::..
Dabei seit: 02.04.2006
Beiträge: 2
Hey.

Bei meinem Jugendleiterlehrgang wurde mir beigebracht, dass eine Taschenkontrolle verboten ist, weil man niemandem eine Tat unterstellen darf. Das würde sonst zu Diskriminierung zählen.
Es soll angeblich auch niemand dazu verpflichtet sein, unter der Aufsicht eines Betreuers seine Tasche leeren zu müssen. Nur die Polizei bzw Personen mit der entsprechenden Berechtigung dürfen Taschen kontrollieren.

Wie siehts denn in dem Fall nun rechtlich aus?!...Im Internet findet man teilweise Texte, die sagen eine Taschenkontrolle wäre aufgrund der Aufsichtsplicht erlaubt .(Aeispielsweise wenn der verdacht von mitgebrachtem Alkohol besteht)

Weiß zufällig jemand wie es mit der Taschenkontrolle nun wirklich geregelt ist? Welche Rechte Lehrer in dem Punkt haben?, und im günstigsten Fall auch welcher Paragraph dies regelt?

Danke schon mal....
Liebe Grüße
Steffi

BenutzerIn: ..:: Pasiphae::..
Verfasst am: 23. 01. 2009 [19:10]
Lilleboo
Dabei seit: 27.08.2007
Beiträge: 2
Ich selber weiß aich nur das was du weißt. Aber wenn ein Verdacht z.B. bei Diebstahl besteht finde ich sollte man die Kinder aufforden die Taschen zuleeren

BenutzerIn: Lilleboo
Verfasst am: 23. 01. 2009 [19:10]
..::Pasiphae::..
Dabei seit: 02.04.2006
Beiträge: 2
Ja, würde ich freilig als Betreuer auch tun, allerdings brauche ich den Artikel aus dem Gesetzbuch, der sich damit befasst. Smile
Danke trotzdem Lilleboo

Liebe Grüße
Steffi


BenutzerIn: ..:: Pasiphae::..
Verfasst am: 23. 01. 2009 [19:12]
Jerrit
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 10
Also man kann, wenn man einen Verdacht hat, natürlich die Kids auffordern die Taschen zu leeren doch wenn sie sich weigern, müssen wir das akzepteren weil es gegen die Privatsphäre verstösst. Nur durch eine Aufforderung der Polizei müssen die Taschen gelehrt werden.

Hoffe ich konnte trotz meiner sehr späten antwort doch noch klarheit schaffen

BenutzerIn: Jerry
Verfasst am: 23. 01. 2009 [19:12]
HutH
Dabei seit: 02.01.2005
Beiträge: 4
Da habt ihr alle Recht und ich kann mich eurer Meinung da auch nur anschließen...
Ist das allerdings keine Freizeit sondern eine öffentliche Veranstaltung (Jugenddisco oder Theatervorstellung oder ûhnliches sind die Jugendleiter bzw. die Verantwortlichen dazu berechtigt eine Taschenkontrolle durchzuführen.
Bei solchen Veranstaltungen (Partys etc.) wird vorausgesetzt, dass es eine "Security" gibt, also entweder eine Fremdfirma oder halt die Institution selbst und das wären in dem Falle die Jugendleiter.

Liebe Grüße aus der Bierstadt

BenutzerIn: HutH
Verfasst am: 23. 01. 2009 [19:13]
newdragon2007
Dabei seit: 01.10.2008
Beiträge: 1
Ja ! Es ist so das wenn ein Diebstahl z.B. im Zeltlager statt gefunden hat, dann darf man nicht so einfach die Taschen Kontrollieren.

Wenn jedoch ein Kind es erlaubt darf man die Taschen kontrollieren aber das Kind muss dabei sein !

Habe im Herbst 2008 ein JGL Kurs gemacht und da wurde uns das erzählt !

Kevin

BenutzerIn: newdragon2007
Verfasst am: 05. 02. 2009 [23:03]
RobertA
Dabei seit: 10.08.2007
Beiträge: 34
Servus!

Als Juleica-Ausbilder werd ich selbst auch oft mit dieser Frage konfrontiert und das Schlimme ist: es gibt, wie so oft, keine wirklich klare, eindeutige Antwort. Ich riskier trotzdem mal den Versuch einer Antwort und steuer noch mein Senf dazu:

Auf die nette, pädagogisch-feinfühlige Frage, ob der Jugendliche doch bitte mal die Tasche öffne, weil man ja als JGL dem Vorwurf nachgehen müsse, er hätte das Handy ein Zimmergenossen gestohlen... kann er sich immer (und solche Klugscheißer-Kinder, ich bitte um Entschuldigung, sind schließlich immer dabei) auf das Grundgesetz rausreden (Recht auf Eigentum - Art 14). Jenes darf nur durch gesetzliche Verordnungen und Polizei-Gewalt verletzt werden. Dies wird auch vom Erziehungsrecht umfasst, nicht aber von der alleinigen Aufsichtspflicht eines JGL.

Unklar verhält sich der Gesetzgeber allerdings zu möglichen Konsequenzen, wenn man trotzdem gegen den Willen des "zu Beaufsichtigten" handelt. Da gibt es keinen klaren Regelungen.

Also... bleiben nur 3 Möglichkeiten um auf Nummer sicher zu gehen:

(1) Pädagogisches Feingefühl: "Wenn du unschuldig bist - beweis es uns einfach und öffne die Tasche."

(2) Logische Konsequenz: "Wenn wir den Sachverhalt nicht lösen können, bleibt uns nichts anderes übrig, als die Polizei zu rufen." (und dann auch wirklich durchziehen!)

(3) Holzhammer: "Wenn du nicht die Tasche öffnest, und den Alkohol aushändigst, verstößt du gegen die Regeln des Reiseveramstalters - Konsequenz: Reiseausschluss."

Das ist mein Stand, ich bitte unbedingt um Korrektur, falls jemand genaueres weiß.

Grüße... Der Robert

P.S.: Sorry - Kurz fassen ist nicht meine Stärke.



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.02.2009 um 23:11.]
Verfasst am: 27. 08. 2009 [00:37]
Sebastian
Dabei seit: 09.11.2002
Beiträge: 34
Du hast schon recht, genaue û§û§û§ gibts dazu nicht und absolut eindeutige Regeln auch nicht. Jura ist eben nicht Mathe. Ein paar ergänzende Hinweise:

1. Den Zweck der Kontrolle im Blick haben: Ich würde klar unterscheiden, ob es sich um Gefahrenabwehr (Suche nach Alkohol) oder Aufklärung einer Straftat (Suche nach gestohlenem Geld) oder um irgendwelche anderen pädagogische Maßnahmen handelt.

2. Gefahren ausschließen: Wenn ein Jugendleiter z. B. deutliche Hinweise auf Alkohol in den Taschen ignoriert (es klappert usw.), und es kommt in Folge von Alkoholexzessen zu whatever, würde dies dem JL u. U. als Verletzung der Aufsichtspflicht zugerechnet werden. Hier sollte der Jugendliche eindringlich gebeten werden, seine Tasche zu öffnen. Wenn er nicht kooperiert, bleibt vielleicht apron85s Möglichkeit (3) oder ein Anruf bei den Eltern. Ich bezweifle, daß die Polizei kommen würde, wenn man denen erzählt, man hätte den Verdacht, ein 15jähriger hätte Alk in der Tasche. Aber kann man natürlich versuchen, das wird dann vielleicht noch Jahre später erzählt icon_smile.gif Das Vertrauen ist dann natürlich kaputt.

3. Alternativen suchen: Wenn die Hinweise auf den Alkohol nicht so deutlich sind, wenn nur ein Allgemeinverdacht da ist, würde ich eher Wache schieben, mal ums Haus gehen, halt sehr gut aufpassen, das finde ich besser als eine ganze Gruppe zu verdächtigen und mit dem Holzhammer zu kommen.

4. Straftat aufklären: Wenn es um einen Diebstahl geht, würde ich sehr vorsichtig sein. Ja, es gibt Diebstähle auf Freizeiten. Aber in vielen Fällen ist der Geldschein unters Bett gefallen, ausgegeben oder unten unter der Schmutzwäsche. Ein Verdacht ist schnell von Kindern geäußert und nur schwer wieder einzufangen. Ein Durchsuchen vieler Taschen tangiert am allermeisten Unschuldige. Ein Durchsuchen nur einer Tasche kann bei falschem Verdacht auch Böses anrichten. Es geht auch anders. Jugendleiter sind keine Kaufhausdetektive.

5. Die Verhältnismäßigkeit wahren: nicht heimlich in die Tasche reingucken, nicht zum Öffnen zwingen, nicht prophylaktisch kontrollieren.

@ apron85: Solche Klugscheißerkids gibts wirklich, stimmt schon icon_smile.gif Aber mit denen kann man dann auch die erweiterte Rechtslage schön durchsprechen und beispielsweise beim Suchen nach Streichhölzern mit GG Art. 2 argumentieren. Sollte klappen ^^

_________________
www.elefantastisch.de
Verfasst am: 20. 10. 2009 [15:24]
Zacki
Dabei seit: 25.07.2005
Beiträge: 10
Sebastian schrieb:

(...)

1. Den Zweck der Kontrolle im Blick haben: Ich würde klar unterscheiden, ob es sich um Gefahrenabwehr (Suche nach Alkohol) oder Aufklärung einer Straftat (Suche nach gestohlenem Geld) oder um irgendwelche anderen pädagogische Maßnahmen handelt.


Was für pädagogische Maßnahmen sollen das denn sein, wenn man eine Tasche durchsucht oder öffnen lässt?

2. Gefahren ausschließen: Wenn ein Jugendleiter z. B. deutliche Hinweise auf Alkohol in den Taschen ignoriert (es klappert usw.), und es kommt in Folge von Alkoholexzessen zu whatever, würde dies dem JL u. U. als Verletzung der Aufsichtspflicht zugerechnet werden. Hier sollte der Jugendliche eindringlich gebeten werden, seine Tasche zu öffnen. Wenn er nicht kooperiert, bleibt vielleicht apron85s Möglichkeit (3) oder ein Anruf bei den Eltern. Ich bezweifle, daß die Polizei kommen würde, wenn man denen erzählt, man hätte den Verdacht, ein 15jähriger hätte Alk in der Tasche. Aber kann man natürlich versuchen, das wird dann vielleicht noch Jahre später erzählt icon_smile.gif Das Vertrauen ist dann natürlich kaputt.


Der Jugendliche hat ja auch das Vertrauen missbraucht und gegen die aufgestellten Regeln verstoßen und Alk mitgebracht. Also ist das Vertrauen eh hinüber.
Wenn wirklich Jahre später noch davon erzählt wird, dann war es immerhin eine interessante Freizeit. Hättet Ihr als Leitung denn einen Schaden davon? Wohl eher nicht.

4. Straftat aufklären: Wenn es um einen Diebstahl geht, würde ich sehr vorsichtig sein. Ja, es gibt Diebstähle auf Freizeiten. Aber in vielen Fällen ist der Geldschein unters Bett gefallen, ausgegeben oder unten unter der Schmutzwäsche. Ein Verdacht ist schnell von Kindern geäußert und nur schwer wieder einzufangen. Ein Durchsuchen vieler Taschen tangiert am allermeisten Unschuldige. Ein Durchsuchen nur einer Tasche kann bei falschem Verdacht auch Böses anrichten. Es geht auch anders. Jugendleiter sind keine Kaufhausdetektive.


Was soll denn da zum Beispiel anders gehen?
Ich gehe mit Dir einer Meinung, dass JL keine Detektive sind. Man kann bei solchen Sachen eher nur Vorbeugen. Freizeitkasse einrichten, Empfehlung teure Wertgegenstände zu Hause zu lassen (weil ja Überflüssig - Beschäftigung etc findet man schließlich genügend auf der Freizeit).
Verfasst am: 26. 10. 2009 [23:32]
Sebastian
Dabei seit: 09.11.2002
Beiträge: 34
Zacki schrieb:

Also ist das Vertrauen eh hinüber.


Hä?! Ich denke an den Fall, daß sich der Verdacht nicht erhärtet und ich womöglich dafür die Polizei bemühen mußte. Ich würde das nicht so leichtferig abtun. "In dubio pro reo" halte ich für ein hohes Gut, daß ich nicht so einfach aufs Spiel setzen möchte, ebenso wie das Vertrauen, daß ich grundsätzlich erstmal in jeden haben werde. Dann lasse ich es lieber weiter in der Tasche klappern und halte die Augen offen...

Und ob der Jugendliche in dem Fall, daß er wirklich Alk mithat, dadurch tatsächlich bewußt mein Vertrauen mißbraucht hat, würde ich auch nicht so schnell sagen und ihm dann meinerseits mit dem Entzug des Vertrauens kommen, wie Du das zu tun scheinst. Mein Vertrauen ist dadurch noch lange nicht hin.



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