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Prävention statt Kontrolle!

Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen bzw. sexualisierte Gewalt an den Schutzbefohlenen durch pädagogische Fachkräfte und Priester war in den letzten Jahren ein Thema in den Nachrichtensendungen, Zeitungen und auf den Webseiten.

Die plötzliche Brisanz des Themas hat auch auf Seiten der PolitikerInnen hektische Reaktionen ausgelöst. So gab es kürzlich einen "Runden Tisch" mit VertreterInneN verschiedener Organisationen, um solche Überfälle zukünftig möglichst auszuschließen und Kinder und Jugendliche besser zu schützen.

In diesem Zusammenhang wurde auch geprüft, ob nicht von allen Menschen, die ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, ein Führungszeugnis verlangt werden sollte – jedeR von euch müsste, wenn diese Pläne umgesetzt werden, also zukünftig ein solches Führungszeugnis vorlegen. 

Die Jugendverbände in Deutschland begrüßen es, dass weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Prävention sexualisierter Gewalt auch in der Kinder- und Jugendarbeit vereinbart werden sollen. Die Jugendverbände wollen ihre Erfahrung hier aktiv einbringen. Bereits vorhandene, umfassende Präventionskonzepte müssen aufgegriffen und ihre Verbreitung, ihre breite Umsetzung und Weiterentwicklung unterstützt werden. 

Deshalb wurde das Thema »Kindesschutz« u.a. auch mit der Neufassung der Ausbildungsstandards für die Juleica  im Jahr 2009 als Ausbildungsinhalt verankert. 

Die jahrelange Erfahrung mit diesem Thema zeigt aber auch: Einzelne, ggf. medienträchtige oder symbolische Maßnahmen zur Verbesserung des Kindesschutzes unausgereift umzusetzen, nützt auch den Kindern und Jugendlichen nicht!

Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) fordert daher ein stimmiges Gesamtkonzept für die Prävention sexualisierter Gewalt in Jugendverbänden, das unverzichtbare Kernbausteine enthalten muss. Jugendverbände und Jugendringe erproben diese Bausteine zum Teil schon seit Jahren. Sie zeigen, wie Prävention sexualisierter Gewalt möglich ist – zum Beispiel im Projekt »PräTect«.

Der DBJR macht in seiner Stellungnahme außerdem deutlich, dass verpflichtende Führungszeugnisse für alle Ehrenamtlichen in der Jugendverbandsarbeit kein geeignetes Mittel der Prävention sind. Solche Führungszeugnisse würden nur dazu verleiten, dass sich die Träger, für die JugendleiterInnen im Einsatz sind, in ggf. trügerischer Sicherheit wiegen, wenn im Führungszeugnis keine Einträge vorhanden sind, und dass sich eine Führungszeugnispflicht negativ auf die Bereitschaft von jungen Menschen auswirkt, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Deshalb: Prävention und Sensibilisierung statt formaler Kontrolle!

Auch nach dem Inkrafttreten des BKiSchG gibt es keine generelle Verpflichtung für JugendleiterInnen, z.B. bei der Beantragung der Juleica ein Führungszeugnis vorzulegen! Was es rund um das Bundeskinderschutzgesetz zu beachten gibt, kannst du immer aktuell hier nachlesen.

Positionen

Viele Jugendringe und Jugendverbände haben sich mit eigenen Stellungnahmen positioniert, auf einige möchten wir hier hinweisen (alles externe Links):

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